Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Arvita.net. Immerhin betont das Vaticanum II: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist.“ (Nostra aetate). Auch wenn dort eigentlich von den klassischen Weltreligionen die Rede ist, mag die Aussage auch auf die neu aufblühenden Naturreligionen übertragbar sein.
Insofern mag sich jeder mündige Christgläubige selbst ein Bild darüber machen, was er von diesen neuen Entwicklungen auf dem Markt der religiösen Möglichkeiten hält, und wie es dort um Wahrheit und Heiligkeit bestellt sein mag. Hat nicht auch Jesus zu dem Geheilten gesagt: „Dein Glaube hat dir geholfen?“ (Mk 10,52).
Rückmeldung vom 30.03.2013:
Sehr geehrter Johannes B.,
Ihr Hinweis auf unsere Seite arvita.net hat uns sehr gefreut. Als gläubiger Christ und Schamane ist mir der Austausch über Spiritualität mit anderen und ganz besonders anders erlebenden ein wichtiges Anliegen. Ihre Verlinkung bietet dazu einen wilkommenen Beitrag.
Im Rahmen dieses Dialogs möchte ich gleich auf eine wichtige Unterscheidung hinweisen: „Schamane“ ist eine Berufsbezeichnung so wie Lehrer, Arzt oder Psychotherapeut auch. Schamanen gibt es in den meisten Religionen und sie arbeiten dann jeweils mit Ihrem religiösen Hintergrund. Die Vorstellung, dass Schamanismus mit Naturreligion gleichzustezen wäre, ist weit verbreitet und gut nachvollziehbar. In vielen Naturvölkern mit entsprechenden Religionen sind Schamanen bis heute selbstverständlicher Bestandteil des spirituellen Lebens und viele unserer „modernen“ Kollegen arbeiten ebenfalls mit naturreligiösen oder neuheidnischen Religionshintergründen. Dies ist aber keine notwendige Voraussetzung. Schamanen sind darin geschult, sich in der physikalischen wie spirituellen Welt zu bewegen. Diesbezüglich ähneln sie Priestern (wobei Priester in den meisten Reliogionen ein anderer Beruf ist, als der des Schamanen) die auch ganz selbstverständlich im diesseitigen Leben stehen und ebenso selbstverständlich in der spirituellen Welt.
Mit freundlichen Grüßen,
Martin Baierl